Echtleder versus Kunstleder
Auf den ersten Blick mögen Kunst- und Echtleder gleich aussehen. Doch die beiden Materialien unterscheiden sich stark. Die Unterschiede beginnen bei der Herstellung, setzen sich über die Haltbarkeit fort und enden beim Preis. Ob nun das eine oder das andere Material vorteilhafter ist, liegt schlussendlich in der Beurteilung jedes Einzelnen. Vorneweg: Es ist ratsam, sich möglichst umfassend über die Herkunft, die Herstellung und die Qualität seines Produktes zu informieren. Dies gilt unabhängig davon, ob Echt- oder Kunstleder verwendet worden ist. Denn gerade unter Betrachtung von Qualitäts- und Umweltverträglichkeitskriterien sind die Produktion und Langlebigkeit stets massgebend.
Kunstleder – sehr pflegeleicht, aber ökologisch nicht unbedenklich
Wie wird denn Kunstleder überhaupt hergestellt? Auf diese Frage gibt es nicht nur eine einzige gültige Antwort. Denn da Kunstleder unter anderem Optik und Haptik des tierischen Originals imitieren soll, ist die Vielfalt an Materialien gross. Grundsätzlich basieren sämtliche Materialien auf einer Gewebeschicht. Diese wird in der Regel mit einer Kunststoff-Membran überzogen. Einer der Vorteile der damit verbundenen künstlichen Herstellung ist die hohe Beeinflussbarkeit der individuellen Eigenschaften des Materials. Dieses lässt sich somit gut an den Einsatzzweck anpassen. Zudem kann das Lederimitat als einheitliche Substanz, mit wenig Verschnitt und somit kostengünstig produziert werden. Darüber hinaus überzeugt Kunstleder oft als sehr pflegeleichtes, schmutz- und wasserabweisendes, als auch leicht zu reinigendes Material. Bei günstigeren Kunstlederarten kann jedoch die geringe Haltbarkeit enttäuschen und auch ökologisch ist Kunstleder nicht unbedenklich. Es enthält häufig den nicht-erneuerbaren Rohstoff Erdöl. Als schädlicher Kunststoff landen Kunstlederprodukte dann im Müll und möglicherweise sogar im Meer. Ökologisch besser schneiden da schon pflanzliche Lederimitate ohne Kunststoffbeschichtung ab. Dazu zählen etwa Kork- und Pilzleder.
Echtleder – sehr langlebiges, tierisches Naturprodukt
Echtleder hingegen entsteht vorwiegend aus Häuten von Schlachttieren. Somit ist es oftmals ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie – und es handelt sich um ein Naturprodukt. In einem bis zu Monaten dauernden, aufwendigen Arbeitsprozess entsteht aus der rohen Tierhaut ein Stück Leder. Zentral bei der Herstellung ist die Gerbung, weil sie einerseits massgebend für die Langlebigkeit des Leders ist. Andererseits sind mit jenem Arbeitsschritt Umweltbelastungen verbunden. Dank pflanzlicher als auch mithilfe von Chrom-Gerbungsverfahren lässt sich heutzutage Echtleder sehr umweltfreundlich produzieren. Verglichen mit preisgünstigen Lederalternativen wird hochwertiges Echtleder umweltschonender produziert. Zudem übertrifft echtes Leder Lederimitate in Sachen Langlebigkeit. Dazu bedarf es jedoch der richtigen Pflege. Ausserdem ist das angenehm anzufühlende Leder stets ein Unikat. Aufgrund der einzigartigen Narbenstruktur bleibt jedes Echtlederprodukt im Grunde genommen ein Einzelstück.
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Erich Bühler
Unternehmer
